Zorica Siročić
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Zorica Siročić ist Soziologin und Politikwissenschaftlerin und arbeitet derzeit als Universitätsassistenin mit Doktorat am Institut für Soziologie der Universität Graz. Zuvor war sie Postdoktorandin an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (2020–2021). Sie ist Mitbegründerin und Co-Sprecherin des universitätsweiten Forschungsclusters „Medien und soziale Bewegungen“ sowie der Sektion „Politische Soziologie“ der Österreichischen Gesellschaft für Soziologie. Außerdem ist sie Mitherausgeberin der Buchreihe „Politische Soziologie – Soziologie des Politischen“ bei Springer. Sie unterrichtet im Bachelor- und Masterstudium politische Soziologie, Methoden der wissenschaftlichen Arbeit und Geschlechtersoziologie.
In ihrer Forschung konzentriert sie sich auf strittige und vergleichende Geschlechterpolitik („contentious gender politics“) und soziale Bewegungen. Für ihre Forschungsarbeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem „Gabriele-Possanner-Preis“ für herausragende Leistungen in der Geschlechterforschung des österreichischen Bundesministeriums für Wissenschaft, Bildung und Forschung (2019) und dem „Johanna-Dohnal-Stipendium“ des Johanna-Dohnal-Archivs (2015).
Ihre Monografie Festivals as Reparative Gender Politics: Millennial Feminism in Southeastern Europe (Routledge, 2023; AWSS Honorable Mention 2024) hinterfragt die gängige Annahme, dass Politik in erster Linie eine antagonistische Aktivität ist, und argumentiert stattdessen, dass feministische und queere Festivals der Millennial-Generation als eine Form der „reparativen” Politik interpretiert werden können. Auf der Grundlage umfangreicher Daten aus einer multisite-Ethnographie, darunter Interviews, teilnehmende Beobachtung und Performances, bietet die Monographie einen konzeptionellen Rahmen für das Verständnis von Politik jenseits der üblichen antagonistischen, disruptiven und diskursiven Modi. Sie zeigt, wie politisches Handeln, das für alternative Praktiken plädiert, reparativ, kreativ und spielerisch sein kann.
Laufendes Habilitationsprojekt:
In ihrem aktuellen Habilitationsvorhaben untersucht Siročić Kreativität, Zeitlichkeit („temporality“), Narrative und Emotionen in der zeitgenössischen strittigen Politik („contentious politics“). Das Projekt kombiniert konzeptionelle, methodologische und empirische Beiträge, die sich mit Repertoires befassen, die für das Verständnis der latenten und manifesten Phasen strittiger Handlungen und ihrer Ergebnisse entscheidend sind. Das Projekt baut auf verschiedenen soziologischen Forschungsfeldern auf und erweitert diese, indem es insbesondere politische Soziologie, Sozialbewegungsstudien, Geschlechtersoziologie, Zeitsoziologie, Emotionssoziologie und „critical event studies“ miteinander in Dialog bringt. Die Ergebnisse sind konzeptionelle Beiträge zur Soziologie, insbesondere durch die Entwicklung und Ausarbeitung neuartiger Konzepte wie „kreative Auseinandersetzung” („creative contetnion“), „umstrittene Geschlechterpolitik” („contentious gender politics“) oder „zeitliche Aktivistenrepertoires” („temporal activist repertoires (TAR)“) oder durch die Schließung bestimmter empirischer Lücken, wie beispielsweise die Untersuchung der Ergebnisse von Anti-Gender-Bewegungen oder der Rolle negativer Emotionen wie Wut und Angst bei feierlichen und festlichen Protestveranstaltungen.
Ausgewählte Publikationen:
Buch:
Siročić, Zorica. 2023. Festivals as Reparative Gender Politics: Millennial Feminism in Southeastern Europe. New York: Routledge, series Gender and Comparative Politics (AWSS, 2024, Honorable Mention, in the competition for the Best Book in Slavic Women’s and Gender Studies).
Beiträge:
Siročić, Zorica. 2025. Anger in festivals: Contradiction in terms or a desirable part of the program?, Emotion, Space and Society 55, doi.org/10.1016/j.emospa.2025.101087
Siročić, Zorica. 2025. When and why do anti-gender movements fail?, European Journal of Politics and Gender (published online ahead of print 2025). Retrieved Jan 13, 2025. DOI: https://doi.org/10.1332/25151088Y2024D000000068
Siročić, Zorica. 2024. Multi-sited research as a creative methodology for critical event studies, in Platt, L. et al. (eds.), Creative Research Methods for Critical Event Studies. Routledge. DOI: https://doi.org/10.4324/9781032686424-3
Siročić, Zorica. 2024. Temporal repertoires in contemporary activism: The cases of Fridays for Future, 16 Days of Activism Against Gender-Based Violence and ‘It’s Thursday Again!’, European Journal of Cultural and Political Sociology, DOI: 10.1080/23254823.2024.2335159
Anna Lavizzari & Zorica Siročić. 2022. Contentious gender politics in Italy and Croatia: diffusion of transnational anti-gender movements to national contexts, Social Movement Studies, DOI: 10.1080/14742837.2022.2052836
Der Beitrag wurde auf die Shortlist für den „2022 Britta Baumgarten Memorial Prize“ gesetzt.