Ende dieses Seitenbereichs.

Beginn des Seitenbereichs: Inhalt:

Forschungsprojekte

Vertrautes Geld? Eine soziologische Untersuchung über Geldwissen, Geldvertrauen und Geldverwendung

Im Kontext von Finanz- und Währungskrisen zeigt sich die Bedeutung von Vertrauen. Vor allem in Zeiten erhöhter Unsicherheit kann die Fragilität des Vertrauens in das Geld und die Geldordnung beobachtet werden. Während Vertrauen als eine elementare soziale „Ressource“ wirtschaftlicher Austauschbeziehungen gesehen wird, sind die Effekte von Vertrauenskrisen auf die Geldverwendung und die Rolle, die Geldwissen- bzw. unterschiedliche Grade von Nicht-Wissen - dabei spielt, bislang aus einer soziologischen Perspektive empirisch nicht erforscht worden. Vor diesem Hintergrund werden in diesem Forschungsprojekt drei Fragen untersucht: Was wissen die Bürgerinnen und Bürger über die Geldordnung (Geldwissen) (1)? Wie wirkt sich das vorhandene Wissen bzw. Nichtwissen auf das Vertrauen/Nichtvertrauen in die Geldordnung aus (Geldvertrauen) (2)? Welchen Einfluss haben das Wissen über (1) und das Vertrauen in Geld (2) auf die Verwendung von Geld (Geldverwendung) (3)? Die Geldverwendung wird nicht nur im Hinblick auf die ökonomischen Geldfunktionen analysiert, sondern um soziologisch relevante Geldverwendungsweisen (Freiheits-, Signalisierungs-, Vergemeinschaftungs- und Steuerungsfunktion) erweitert.

Gefördert durch den Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank

Laufzeit: bis 31.7.2019

Projektteam: Klaus Kraemer (Leitung), Luka Jakelja, Florian Brugger, Sebastian Nessel

Zusammenfassung der Ergebnisse des Projekts

Link zur Projektbeschreibung auf der OeNB-Seite

Arbeitsmarktinklusion von Menschen mit Behinderung. Eine Befragung steirischer Unternehmerinnen und Unternehmer über Erfolgsindikatoren

Ziel der Untersuchung ist die Identifizierung von Hindernissen und neuen Wegen einer Inklusion von Menschen mit Behinderung in den steirischen Arbeitsmarkt. Die besondere Aufmerksamkeit richtet sich auf die von Unternehmerinnen und Unternehmern steirischer KMUs wahrgenommenen Schwierigkeiten bei der Integration der Zielgruppe in betriebliche Produktions- und Arbeitsabläufe. Was sind die Erfolgsfaktoren unternehmerischer Pioniere bei der Arbeitsmarktintegration von Menschen mit Behinderung? Welchen Einfluss haben rechtlich-institutionelle, branchenbezogene, betrieblich-organisatorische und sozial-individuelle Rahmenbedingungen? Was sind die Vorschläge der zu befragenden Unternehmerinnen und Unternehmer, um die Chancen von Menschen mit Behinderung auf eine nachhaltige Erwerbsinklusion zu verbessern? Welche praktikablen Inklusionsstrategien können aus den empirischen Befunden der Unternehmensbefragung abgeleitet werden?

Gefördert durch das Land Steiermark, Fachabteilung Arbeit und Soziales

Laufzeit: 2018

Projektteam: Klaus Kraemer (Leitung), Luka Jakelja (Wiss. Mitarbeiter), Katja Röhm, Jakob Gasser, Nico Tackner, Julian Flores (Studienassistentin und Studienassistenten)

Zum aktuellen Entwicklungsstand der Verbraucherforschung in Österreich

Das Projekt greift internationale Entwicklungen der Verbraucherforschung sowie aktuelle Herausforderungen von Politik und Verbraucherorganisationen in Bezug auf Konsum und Konsumfolgen auf. Das Projekt soll dazu beitragen, die Eigenwahrnehmung individueller und kollektiver Akteure der Verbraucherforschung in Österreich zu erheben und zu schärfen, ihr Verständnis für ein gemeinsames Forschungsfeld zu etablieren und Vernetzungsmöglichkeiten zwischen Forschung und Praxis anzuregen. Auf dieser Grundlage sollen die Potentiale einer Etablierung und Institutionalisierung der Verbraucherforschung in Österreich zwischen Wissenschaft, den damit befassten Organisationen (AK, VKI) und der Politik ausgelotet werden. Ziel des Projektes ist es, anhand empirischer Erhebungen einen aktuellen Überblick über den Entwicklungsstand der Verbraucherforschung in Österreich zu erarbeiten, der über (1) die in die Entwicklung des Feldes und die hierin als zentral erachteten Akteure und ihre Wahrnehmung des Feldes Verbraucherforschung in Österreich", (2) über die vorhandenen Forschungsbereiche und Forschungslücken aus Sicht der Politik (Bundesministerien), der Wissenschaft und der an Konsumfragen beteiligten Organisationen (AK, VKI) informiert und (3) über diese dokumentiert Auskunft gibt.

Fördergeber: Kammer für Arbeiter und Angestellte Wien

Laufzeit: Juni 2016 bis Februar 2017

Leitung: Dr. Sebastian Nessel (Universität Graz) und PD Dr. Michael Jonas (IHS Wien)

Das europäische Bankensystem - Eine wirtschaftssoziologische Analyse

Das europäische Bankensystem steckt in einer seiner tiefsten Krisen. Eine Vielzahl an ökonomischen, politikwissenschaftlichen und wirtschaftssoziologischen Arbeiten analysieren einzelne Banken, Teilbereiche des europäischen Bankenwesens und einzelne nationale Bankensystem. Eine wirtschaftssoziologische Analyse des europäischen Bankensystems fehlt bis dato jedoch zur Gänze. In diesem Dissertationsprojekt wird analysiert, inwieweit und wie spezielle Ideen- und Interessenskonstellationen die historische Entwicklung des europäischen Bankensystems beeinflusst haben. Insbesondere stehen dabei die Ideen- und Interessenskonstellationen, die zur Ausbildung des gegenwärtigen Bankensystems und dessen Krisenanfälligkeit geführt hat, im Fokus.

Dissertationsprojekt

Durchführung: Florian Brugger

Wein und Fleisch. Eine wirtschaftssoziologische Untersuchung zur Entstehung und Etablierung von Statusmärkten anhand des steirischen Wein- und Fleischmarktes

In der neueren wirtschaftssoziologischen Forschung werden „Standard-“ von „Statusmärkten“ (Aspers) bzw. Märkte für gleichartige Massengüter von „Märkten des Einzigartigen“ (Karpik) unterschieden. Orientieren sich Produzenten und Konsumenten auf Standardmärkten mutmaßlich an Preissignalen, so werden Entscheidungen auf Statusmärkten durch sozial konstruierte Qualitätskonventionen beeinflusst. Auf Statusmärkten sind nicht niedrige Preise kaufentscheidend, auch nicht „Informationen“ über die Produkte, sondern „Urteile“ und Statuserwartungen. Typische Statusmärkte sind Weinmärkte, Kunstmärkte, Musikmärkte, Gourmetmärkte, aber auch beispielsweise Märkte für spezielle medizinische, therapeutische, rechtsanwaltliche oder wissenschaftliche Dienstleistungen. In der Forschung ist bislang ungeklärt geblieben, unter welchen Bedingungen Standardmärkte sich in Statusmärkte verwandeln und warum eine solche Transformation für andere Standardmärkte unwahrscheinlich ist. In dem von der Landwirtschaftskammer Steiermark finanziell geförderten Forschungsprojekt wird empirisch untersucht, warum der südsteirische Weinmarkt in den letzten drei Jahrzehnten eine soziale Metamorphose vom Standard- zum Statusmarkt durchlaufen hat, der regionale Fleischmarkt hingegen selbst nach schweren Krisen beständig zu einem Standardmarktregime zurückgekehrt ist. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen sowohl die lokalen Produzenten als auch intermediäre Institutionen und Organisationen.

Förderbeginn: 2015

Projektleitung: Klaus Kraemer, Florian Brugger

Masterarbeiten: Luka Jakelja, Anja Möstl, Siegfried Scheicher

 

Geldverwendung von Kindern. Analysen zur Soziologie des Geldes

In der ökonomischen Theorie wird Geld seit jeher als Recheneinheit, als Tausch- und Zahlungsmittel sowie als Wertaufbewahrungsmittel beschrieben. Über eine solche, aus wirtschaftlichen Tauschakten abgeleitete Bestimmung unterschiedlicher „Geldfunktionen“ sind orthodoxe Ansätze bis heute nicht hinausgekommen. Schon die soziologischen Klassiker von Max Weber bis Georg Simmel haben dem Geld eine zentrale Bedeutung bei der Erforschung moderner Gesellschaften zugewiesen. Die Soziologie ist jedoch in weiten Teilen, von Parsons über Habermas bis Luhmann, der ökonomischen Theorie gefolgt, die dem Geld ausschließlich wirtschaftliche Funktionen zuweist. Ausgehend von der theoriegeleiteten Überlegung, dass neben den bekannten „ökonomischen Geldfunktionen“ eine Reihe von „nichtökonomischen“ Verwendungswesen des Geldes (Kraemer 2015) unterschieden werden können, sind im Rahmen einer Forschungswerkstatt für Masterstudierende des Instituts für Soziologie über 320 Volksschulkinder zum alltäglichen Geldgebrauch befragt worden. Die Abteilung „Wissenschaft und Forschung“ des Amtes der Steiermärkischen Landesregierung unterstützt finanziell die Auswertung der erhobenen Daten und die Publikation der Forschungsergebnisse.

Projektbeginn: 2014

Projektteam: Klaus Kraemer und Florian Brugger (Leitung), Luka Jakelja, Siegfried Scheicher.

 

Verbraucherorganisationen und Märkte

Verbraucherorganisationen (VO) wie die Stiftung Warentest und die Verbraucherzentralen der deutschen Bundesländer sind seit den 1950er Jahren zentraler Bestandteil der institutionellen Architektur von Märkten in Deutschland. Sei den 1980er Jahren haben sich zudem private VO gegründet, um die Interessen von Verbrauchern zu vertreten. Die Neuere Wirtschaftssoziologie hat VO und ihre Effekte auf Märkte bisher nicht zur Kenntnis genommen; anders als beispielsweise die Politik- und Wirtschaftswissenschaften. Drei Fragen standen daher im Mittelpunkt der vorgenommenen wirtschaftssoziologischen Analyse von VO: Welche Strategien wenden ausgewählte VO in Deutschland an? Wie können diese variierenden Strategien erklärt werden? Welche Effekte haben diese Strategien auf Märkte? Um diesen Fragen nachzugehen, wurden detaillierte Fallanalysen ausgewählter VO in Deutschland erarbeitet. In einem fallübergreifenden Vergleich der einzelnen Organisationen wurden ihre Strategien und Handlungsbedingungen dann vergleichend abgebildet. Schließlich wurde ein gegenstandsbezogener Analyse von Märkten entwickelt: Klassische Ansätze der Wirtschaftssoziologie wurden erweitert, indem die Effekte der Strategien von VO auf Marktobjekte, Marktteilnehmerschaft und Marktwettbewerb hin untersucht wurden. Datenbasis der Untersuchung waren 28 qualitative Interviews sowie die Auswertung zahlreicher Dokumente. Als Ergebnis des Projektes wurde eine Konzeption von Märkten unter Einbezug der Nachfrageseite am Beispiel von VO vorgelegt.

Das Forschungsprojekt war Teil der Dissertation von Sebastian Nessel. Es wurde durch eine Forschungsförderung der Universität Graz teilfinanziert. Ergebnisse erscheinen im Herbst 2015 in der Monografie: Sebastian Nessel, Verbraucherorganisationen und Märkte. Eine wirtschaftssoziologische Untersuchung, VS Verlag. Im Rahmen eines Nachfolgeprojektes wird gegenwärtig ein Forschungsvorhaben entwickelt, dass die Effekte von Verbraucherorganisationen auf Konsumentscheidungen und Unternehmensstrategien genauer empirisch (quantitativ und qualitativ) untersucht.

Laufzeit: 2011-2014

Durchführung: Sebastian Nessel

 

Die Ergebnisse des Projektes finden sich u.a. in:  Nessel, Sebastian 2016: Verbraucherorganisationen und Märkte. Eine wirtschaftssoziologische Untersuchung. Reihe "Wirtschaft und Gesellschaft, Wiesbaden: VS Verlag. Und in: Nessel, Sebastian 2016: Consumer Organisations and the Social Resilience of Markets. In: Maurer, Andrea (Hg.): Resilience in Economic and Social Spheres, Wiesbaden u.a.: Springer​; und in: Nessel, Sebastian 2014: Verbraucherorganisationen als Resilienz- und Vulnerabilitätsfaktor von Markterwartungen. In: Endreß, Martin/Maurer, Andrea (Hg.): Resilienz im Sozialen: Theoretische und empirische Analysen, Wiesbaden: VS, S. 153-180. 

 

Bewertung der sozioökonomischen und sozialstrukturellen Verteilungseffekte klimapolitischer Strategien auf der Ebene privater Haushalte

Der anthropogene Klimawandel ist eine große Herausforderung des 21. Jahrhunderts. In der internationalen Climate Change-Debatte werden unterschiedliche Strategien diskutiert, um den Klimawandel zu begrenzen (Mitigation) oder sich den erwarteten Veränderungen anzupassen (Adaptation). Neben neuen industriellen Produktionskonzepten und technologischen Innovationen werden veränderte Alltagspraktiken als unverzichtbar angesehen, um ambitionierte Klimaschutzziele nicht zu verfehlen. Dieses Forschungsprojekt untersucht die Frage, inwiefern sich die diversen Instrumente und Maßnahmen des Klimaschutzes auf sozial ungleiche Lebenschancen unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen auswirken. Insbesondere werden die sozioökonomischen und sozialstrukturellen Verteilungseffekte ausgewählter kommunaler klimapolitischer Strategien auf private Haushalte am Beispiel der Städte Frankfurt/M. und München empirisch untersucht. Das Forschungsprojekt ist an der Schnittstelle von Umwelt- und Ungleichheitssoziologie angesiedelt. Im Mittelpunkt stehen folgende Fragestellungen: Welche klimapolitischen Strategien und Instrumente verstärken in Industriegesellschaften sozioökonomische Disparitäten, welche wirken verteilungsneutral und welche reduzieren soziale Ungleichheiten? Wie sind die sozialen Wirkungen einer Dekarbonisierung urbaner Versorgungssysteme unter dem Gesichtspunkt sozialer Gerechtigkeit zu bewerten? Wie können unerwünschte soziale Wirkungen vermieden werden?Inwiefern können (mögliche) negative Verteilungseffekte für private Haushalte in prekären Wohlstandslagen kompensiert werden?

 

Das Forschungsprojekt ist Teil des Forschungsverbundes KlimaAlltag "Klimawandel und Alltagshandeln: Potenziale, Strategien und Instrumente für CO2-arme Lebensstile in der Null-Emissions-Stadt".

 

Partner des Forschungskonsortiums: ISOE, Frankfurt / IÖW, Berlin / VZ NRW, Düsseldorf. Praxispartner: Stadt München und Stadt Frankfurt/M.

 

Fördergeber: BMBF, Laufzeit: 2011-2014

 

Projektteam: Klaus Kraemer (Leitung), Se-Jun Kim, Florian Brugger (Studienassistent)

Soziologie der Finanzmärkte

Fördergeber: Universität Graz, Laufzeit: 2011-2012

Projektteam: Klaus Kraemer (Leitung), Sebastian Nessel

Kontakt

Institut für Soziologie
Universitätsstraße 15/G4 8010 Graz
Telefon:+43 (0)316 380 - 3550
Fax:+43 (0)316 380 - 9515

Web:http://soziologie.uni-graz.at

Ende dieses Seitenbereichs.

Beginn des Seitenbereichs: Zusatzinformationen:


Ende dieses Seitenbereichs.